10 bewährte Hausmittel gegen Zahnschmerzen

Sie kennen das ja bestimmt. Der Zahn hat die letzten Tage schon ein bisschen gepikst und gezogen. Aber es war auszuhalten. Und dann waren die Schmerzen wieder weg. Alles gut, denken Sie. Uff, Glück gehabt. Erst mal ist kein Zahnarztbesuch nötig.

Und dann in der Nacht, wie aus heiterem Himmel, während Sie ins Schlummerland gleiten, sind die Schmerzen wieder da. Und sogar noch heftiger als zuvor.

Was tun, mitten in der Nacht? Und ausgerecht heute ist kein Schmerzmittel zur Hand. Deswegen in die Apotheke? Oder zum Notarzt? In eine Klinik? Das muss auch so gehen, denken Sie.

Wie war das doch gleich mit Großmutters Tipps? Hatte die nicht für solche Fälle ihre berühmten Hausmittelchen parat?

Hier sind sie, die zehn ultimativen Tipps gegen Zahnschmerzen, die schon Oma kannte.

Und für die Sie die eine oder andere Zutat sicher in Ihrem Haushalt finden.

Wodurch entstehen Zahnschmerzen?

Vielleicht interessiert Sie ja zunächst, woher Zahnschmerzen kommen können. Mögliche Ursachen gibt es eine Menge und letztlich können sie nur vom Zahnarzt Ihres Vertrauens exakt bestimmt werden.

Ursachen können sein:

  • Karieslöcher
  • Freiliegende Zahnhälse
  • Verletzungen
  • Entzündetes Zahnfleisch
  • Wurzelentzündungen
  • Wunde Stellen durch schlechtsitzenden Zahnersatz
  • Beschädigter Zahnschmelz
  • Spannungsdruck bei durchbrechenden Zähnen
  • Muskelverspannungen und Kiefergelenkprobleme
  • Infektionen wie Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Aphthen

In meiner Praxis können wir meistens schnell feststellen, was genau der Grund für Ihren Schmerz ist und dann auch schnell etwas dagegen tun.

Andere Zahnerkrankungen dagegen müssen aufwändiger behandelt werden, dauern daher etwas länger an. Aber dafür gibt es ja Gott sei Dank sehr wirksame Schmerzmittel, die wir Ihnen verschreiben können.

Um natürliche Schmerzmittel, die nicht verschreibungspflichtig sind und sich in jedem Haushalt finden lassen, geht es nun.

Diese Hausmittel helfen gegen Zahnschmerzen

Nelken hilft bei punktuellem Zahnschmerz

Die Gewürznelke führt die Hitliste für Hausmittel gegen Zahnschmerzen an. Das wusste schon die Uroma.

Vor allem bei einem starken punktuellen Schmerz helfen Nelken. Einfach eine auf die Stelle legen, vorsichtig zubeißen und abwarten. Überraschend schnell lässt der Schmerz nach.

Möglich wird das durch den Druck austretenden Pflanzenstoff Eugenol, der in der Medizin als schmerzstillender (oberflächlich), antibakterieller und entzündungshemmender Wirkstoff bekannt ist.

Knoblauch gegen Zahnschmerzen

„In der Not frisst der Teufel Fliegen“, heißt es. Und um eine schmerzstillende Wirkung zu erreichen, beißt man auch mal auf rohen Knoblauch.

Ähnlich wie bei der Nelke legt man eine halbierte Knoblauchzehe auf die betreffende Stelle, beißt leicht zu und wartet ab. Nach etwa 20 Minuten sollte die schmerzstillende Wirkung einsetzen. Die schmerzlindernde Ursache ist der Pflanzenwirkstoff Allicin, eine Substanz, die bereits den alten Römern und Ägyptern als Schmerzmittel bekannt war.

Wacholderbeeren gegen Zahnschmerzen

Vergleichbar mit Nelken wirken Wacholderbeeren, die sich in fast jeder Küche finden lassen. Eine davon auf die schmerzende Stelle gelegt und vorsichtig zugebissen, lindert den Schmerz fast augenblicklich.

Dafür sorgen die Wirkstoffe Myrcen und Terpinen. Sie haben unter anderem eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung.

Teebaumöl gegen akute Zahnschmerzen

Ein weiteres Naturheilmittel ist Teebaumöl. Der Teebaum gehört zur Familie der Myrtengewächse. Die Inhaltsstoffe Terpinen und Cineol wirken entzündungshemmend und schmerzstillend, und sind dabei nicht gewebsschädigend, was für eine Anwendung am Zahnfleisch spricht.

Allerdings sollte man das Öl nicht verschlucken, da es in der Regel hochkonzentriert ist. Als äußerliche Tinktur, als Tropfen, auf die betreffende Stelle gegeben, ist es jedoch sehr effektiv.

Zwiebel hilft auch bei Zahnschmerzen

Ein weiteres altbewährtes Heilmittel ist die Zwiebel.

Gegen Zahnschmerzen hilft ein Umschlag aus frischgeschnittenen Zwiebeln, den Sie sich auf ihre dicke Backe legen können. Zwiebelsaft in Verbindung mit etwas Honig hilft auch gegen Husten und Halsschmerzen, oder als Spüllösung gegen Entzündungen im Mund, zum Beispiel bei einer Zahnfleischentzündung.

Ölziehen gegen Zahnschmerzen

Öl hat jeder zuhause. Und wenn der Zahn richtig schmerzt, ist Ölziehen sicher einen Versuch wert.

Bei dieser Methode wird ein Esslöffel Öl, wenn Sie möchten leicht angewärmt, immer wieder durch die Zähne gezogen. Bitte nicht verschlucken.

Die antibakterielle Wirkung des Öls sorgt kurzfristig für eine ausgeglichene Mundflora und Schmerzlinderung.

Achten Sie jedoch darauf, kaltgepresstes oder natives Öl, zum Beispiel Olivenöl oder Hanföl zu verwenden. Wie auch bei der Ernährung ist hier auf beste Qualität zu achten.

Eis gegen Zahnschmerzen

Einerlei ob als Eiswürfel an die Wange gedrückt oder als Speiseeis verspeist, die schmerzstillende Wirkung von Eis beginnt sofort, hält aber leider nur kurz an.

Der Grund für die heilsame Wirkung ist die verminderte Blutzirkulation, die durch die Kälte entsteht.

Allerdings setzt die Wirkung kurz nach dem Verspeisen wieder aus. Aber zumindest hatten Sie ein paar Minuten Genuss und Ruhe vor dem Schmerz! Falls Sie Eiswürfel benutzen, denken Sie daran, diese nicht direkt mit der Haut in Kontakt zu bringen, sondern sie in ein Tuch zu wickeln.

Wasserstoffperoxid gegen leichte Zahnschmerzen

Was beim Friseur zum Haarebleichen verwendet wird, kann auch in der häuslichen Notfallapotheke gute Dienste leisten.

Als dreiprozentige Lösung eignet sich die Flüssigkeit gut, um Wunden zu desinfizieren. Und auch um die Keimzahl im Mund zu verringern. Das stoppt kurzfristig die Zahnschmerzen.

Ein paar Tropfen in Wasser aufgelöst reichen bereits als wirksame Mundspülung. Aber auch hier: bitte nicht verschlucken. Für Kleinkinder also sicher ungeeignet.

Tee hilft auch bei Zahnweh

Salbei, Pfefferminze, Kamille haben wegen ihrer schmerzstillenden und beruhigenden Wirkung schon seit Beginn der Arzneimittelheilkunde ihren festen Platz darin.

Bei Zahnschmerzen hilft oftmals, einen Tee aus einer dieser Pflanzen zuzubereiten und mit der Flüssigkeit ausgiebig zu spülen.

Falls Sie wollen, können Sie einen Schuss Schnaps dazugeben, das verstärkt die Wirkung.

Apropos: Schnaps pur hilft auch. In Maßen natürlich.

Propolis und Globuli gegen Zahnschmerzen

Sollten Sie häufiger unter Zahnschmerzen leiden und wollen nicht gleich auf chemische Schmerzmittel zurückgreifen, dann macht es unter Umständen Sinn, sich mit einigen Homöopathischen Mitteln auseinander zu setzen.

Propolis stoppt Entzündungen und wirkt antibakteriell. Sie können Propolis unverdünnt als Tinktur auf die schmerzende Stelle geben oder verdünnt als Mundspüllösung verwenden.

Aconitum Globuli, aus dem blauen Hahnenfuß, helfen vor allem gegen pulsierenden Schmerz. Dieses homöopathische Mittel ist bei Heilpraktikern als Standardmittel gegen Schmerzen und Entzündungen sehr beliebt.

Im Zweifelsfall immer zum Zahnarzt

Es soll ja Menschen geben, die eine extrem hohe Schmerztoleranz haben. Vor allem, wenn es sich um Zahnschmerzen handelt.

Allerdings sind wiederkehrende Zahnschmerzen unbedingt ernst zu nehmen. Oftmals liegen Ursachen zugrunde, die durch eine Hausmitteltherapie nur kurzfristig erleichtert werden. Langfristig führen die Schmerzen jedoch zu weitaus schlimmeren Krankheitsbildern.

Deshalb raten wir unbedingt zu einer zahnärztlichen Untersuchung, um die Schmerzursache feststellen und beheben zu können.

Für`s Erste mögen die oben genannten Hausmittelchen Ihnen gute Dienste leisten – insbesondere, um die Wartezeit bis zum Zahnarzttermin zu überbrücken. Für eine langfristige Anwendung sind sie nicht die richtige Therapie.

Da hilft nur der Gang zum Zahnarzt.