Entspannt beim Zahnarzt – ein Traum?

„Ich gehe so gerne zu meinem Zahnarzt. Da kann ich mal so richtig entspannen“.

Zugegeben, diesen Satz hört man doch eher selten. In der Regel gehen Menschen ungerne zum Zahnarzt, verbinden sie doch meist unangenehme Gefühle.

Oft resultieren diese Empfindungen aus Erlebnissen in frühester Kindheit, als sie als kleine Patienten mehr oder weniger hilflos dem Geschehen ausgeliefert waren.

Mittlerweile, als Erwachsener, sollte uns unser Verstand eigentlich sagen, dass ein Zahnarztbesuch möglicherweise unangenehm sein kann, aber wir dem nicht mehr hilflos ausgeliefert sind.

Nur ist der Verstand die eine Seite der Medaille, das Gefühl die andere.

Entspannende Einrichtung, harmonische Farben, frische Düfte

Und auch in den Zahnarztpraxen hat sich viel getan. Ärzte und Mitarbeiter versuchen heute fast alles, um den Patienten ihren Aufenthalt in der Zahnarztpraxis angenehm zu machen und eine angstfreie Zahnbehandlung zu ermöglichen.

Zahnarztpraxen werden heute von professionellen Einrichtern geradezu wohnlich gestaltet. Es werden unter anderem die Erkenntnisse aus Feng-Shui mit berücksichtigt, um den Patienten, von dem Moment an, in dem sie die Praxis betreten, eine wohltuende und entspannende Stimmung zu vermitteln.

Diese hat viel mit Farbgestaltung zu tun. Klare Grün und Blautöne vermitteln Frische und Harmonie.

Warme Erdtöne dagegen stehen für Sicherheit und Geborgenheit.

Duftzersteuber, die aromatische Düfte unbemerkt in der Luft zirkulieren lassen, schaffen zusätzliche Wohlgefühle. Denn der Geruchssinn ist der wichtigste und elementarste Sinn des Menschen, der in Millisekunden entscheidet, ob man sich wohlfühlt oder eher nicht.

Auch die Wartezimmer haben mittlerweile eher Wohnzimmercharakter, als dass sie den früheren schnöden Warteräumen gleichen. Bequeme Stühle, leise Musik, bereitstehende Getränke und aktuelle Zeitschriften lassen die Wartezeit entspannt und oftmals viel zu schnell vergehen.

In manchen Praxen laufen kurze Beratungsfilme, die den Patienten auf die Leistungen, die in der Praxis angeboten werden, einstimmen sollen.

Die Behandlungsliegen werden nach ergometrischen Gesichtspunkten entwickelt, damit der Patient, auch bei längerer Behandlungsdauer, entspannt darauf liegen kann und sich danach wieder frisch erheben kann.

In den Behandlungszimmern sorgen zudem Bilder für eine interessante Zerstreuung. Manche Praxen bieten sogar Musik per Kopfhörer an, damit der Patient vom eigentlichen Geschehen abgelenkt ist.

Gute und verständliche Beratung ist unumgänglich

Die heutigen Patienten sind mündige Patienten. Sie wissen aus den Medien bereits vieles über Zahnmedizin, auch wenn dieses Wissen in der Regel laienhaft und unvollständig ist.

Umso wichtiger ist es für den Zahnarzt, dieses Wissen um Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten durch eine umfassende und vor allem verständliche Beratung zu vervollständigen.

Und so wird in den Praxen immer mehr darauf Wert gelegt, dass die zahnmedizinische Beratung so patientenorientiert wie nur möglich durchgeführt wird.

Hierfür werden Mitarbeiterinnen in regelmäßigen Teamsitzungen geschult, sie werden mit den Befürchtungen und Sorgen der Patienten theoretisch vertraut gemacht, so dass sie sich im Beratungsgespräch intuitiv auf den Patienten einstellen können.

Die Zahnärzte selbst verzichten mittlerweile auf das sogenannte „Fachchinesisch“, da nur der Patient, der die Diagnose und Therapieplanung ganz verstanden hat, überhaupt erst in der Lage und auch bereit ist, an seiner Zahngesundheit mitzuarbeiten.

Harmonie kann man fühlen

Aber alle diese technischen und kommunikativen Voraussetzungen wären wirkungslos – so meinen wir – wenn nicht der Faktor „Mensch“ dem Ganzen die Vollständigkeit gäbe.

Ein freundliches und harmonisches Miteinander von Mitarbeitern und Chef beziehungsweise Chefin und auch bei den Mitarbeiterinnen untereinander ist die wichtigste Basis für eine entspannte Praxisatmosphäre.

Patienten spüren, ob die Harmonie echt ist oder ob sie für einige Stunden gespielt wird. Sie merken, ob Frieden und Freundlichkeit untereinander herrschen oder ob die Mitarbeiter sich eigentlich am liebsten nur von hinten sehen.

Und wenn bereits beim Eintreffen in der Praxis eine entspannte Stimmung beim gesamten Praxisteam spürbar ist, kann jeder Patient sich „fallen“ lassen, Ängste und Befürchtungen abbauen oder sie zur Sprache bringen.

Weil er weiß, dass das gesamte Team ihm helfen wird, die Zeit in der Praxis so angenehm und entspannt wie möglich zu erleben.